Kommt alle zum Brezel-OL!

Meldung noch bis zum 2. September

Spannende und anspruchsvolle Bahnen am steilen und felsigen Burgberg und durch das Liederbachtal.

Hier gehts zur Aussschreibung:

http://gymnasion-offenbach.de/ol/2017/08/22/4brezel2017/4brezel2017.html

Guthier fährt zum Weltcup

Interview zur Nominierung

Lieber Cedric, erstmals wurdest Du für die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf im Nationaltrikot nominiert. Du wirst vom 25. bis zum 27. August mit dem Team nach Lettland reisen, um beim Weltcup zu starten.

 

Wie zufrieden bist Du mit der Frühjahrssaison? Konntest Du Deine Ziele erreichen? Was war bisher Dein größter Erfolg dieses Jahr?

 

Mit meiner Frühjahrssaison bin ich nur bedingt zufrieden. Ich konnte in der neuen Trainingsumgebung in Darmstadt die nötigen Umfänge und somit die Physis für den Wechsel in die Elite strukturiert realisieren und auch meine O-Technik durch mehrere Trainingslager in Lettland, Österreich un im französischen Jura verbessern. Nach dem Trainingslager in Lettland fing ich mir allerdings leider eine Borreliose ein, wodurch ich mein Training für circa vier Wochen reduzieren musste. Bei den nationalen Meisterschaften in Sprint und Mittel konnte ich so nicht die gewünschten Leistungen abrufen. 

Mein Hauptziel, das Anknüpfen an die nationale Elite und die Nominierung für einen internationalen Wettkampf, konnte ich erreichen. Mein größter Erfolg in diesem Jahr war sicherlich der vierte Platz bei den Hochschulmeisterschaften und die Nominierung zum Weltcup.

 

Konntest Du in der Sommerpause trotz Klausurenvorbereitung und Prüfungsphase bei einem internationalen Mehrtagelauf starten?

 

Durch langfristige Planung hat mich die Prüfungsphase nur bedingt im Training beeinflusst. So konnte ich dennoch bei mehreren Weltranglistenläufen im Rahmen der Schweizermeisterschaften Sprint und Lang und den zwei Etappen der Tyrol5Days in Österreich starten. Nach dem Weltcup sind zwei weitere nationale OL-Wochenenden und Training in der Schweiz geplant, weil dort auch das Weltcupfinale Anfang Oktober stattfinden wird.

 

Was erwartest Du vom lettischen Gelände? Welche Herausforderungen werden auf die Läufer zukommen und welche Orientierungstechniken hälst Du für relevant?

 

Vom lettischen Gelände erwarte ich auf jeden Fall, dass es anspruchsvoll wird. Bei Mittel und Staffel wird es sehr steil und grün, wo man sich genau überlegen muss, welche Route man wählt, um die Übersicht nicht zu verlieren oder nicht stecken zu bleiben. Im flacheren und offenen Teil hingegen sind Tempo und Kompasseinsatz gefragt. Bei der Sprintdistanz hingegen erwarte ich ein sehr schnelles und unübersichtliches Rennen, wo es gilt die richtigen Routen zu erkennen und sauber umzusetzen ohne sich von Sperrgebieten oder anderen Läufern verwirren zu lassen.

 

Was ist Dein Ziel für Deinen ersten Lauf im Deutschlandtrikot?

 

Mein Ziel ist vor allem zufrieden mit meinem Lauf zu sein und Erfahrungen für weitere Einsätze zu sammeln.

 

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir ganz viel Erfolg bei Deinem ersten internationalen Einsatz und drücken die Daumen, dass nicht zu viele Zäune im Weg stehen und das Trikot alle Läufe überlebt ;)

 

Interview geführt von Sabine Rothaug

Scottish Six Days

Sommer-OL-Familienurlaub in Schottland

Auch in diesem Jahr sende ich Euch einen kleinen Bericht über unseren Sommer-OL-Familienurlaub. Es sollten nun also die Scottish Six Days sein! Oje! Bei typisch britischem Wetter die Highlands rauf und runter?? Oje? Oja!!!

 

Am Vortag richteten wir uns mit unserem Wohnmobil auf dem Campinggelände in Ballater ein und erkundeten schon mal das kleine hübsche Örtchen. Queenbesuch und Highlandgames standen vor der Tür, also war alles schon ganz hübsch gemacht und wir konnten sogar einer öffentlichen Probe der örtlichen Dudelsack-Band beiwohnen!

Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier! Sonntag früh ging es los. Der erste Blick galt stets dem Wetter. Trocken! Gott sei Dank! Mit Reisebussen wurden wir zum Wettkampfgebiet nach Aboyne gebracht. Unsere Aufregung wandelte sich jetzt in richtige Anspannung. Schließlich sollten Marie und Merle in diesem Jahr alleine ihre Strecken laufen und wir, Gerrit und ich, in unseren Altersklassen! Als blutige Anfänger hatten wir die Kurzstrecken W40S und M40S gewählt, während die Zwillinge in der W10A und Matti in der M14A die jeweils längeren Wege hatten. Aber meine Güte! Wieviele Klassen und Strecken und Starts und Teilnehmer gibt es denn da?? Schaffen wir das, alle am richtigen Start in die richtigen Bahnen mit den richtigen Karten loszuschicken? Ein paar Sätze noch schnell lernen: „Can you help?“ „Where am I?“  „I am hurt.“  Und ab in den Wald…

Die Strecken waren sehr anspruchsvoll, für uns besonders schwierig, da viel nach Höhenlinien orientiert wurde und es kaum, eigentlich gar keine Wege gab. Mehrere Posten lagen eng beieinander, die Postennummern wollten gut kontrolliert sein. Der Boden war schwer zu belaufen, oft voller Heidelbeeren oder aber nass und rutschig. Volle Konzentration von Anfang bis Ende! Die Kinder belegten Plätze im Mittelfeld, Gerrit war ganz zufrieden, und ich hatte mein Ziel schließlich auch erreicht: Hauptsache, alle Posten finden, egal wie lange es dauert.

 

So vergingen die ersten drei Tage, in denen das Wettkampfgebiet stets bei Aboyne lag. Wir hatten uns ein wenig eingelaufen und auf die Schwierigkeiten eingestellt. Das Wetter hielt (abgesehen von kurzen Schauern), und die Ergebnisse der Kinder wurden stetig besser.

Dann folgte am Mittwoch ein Ruhetag! Damit es nicht langweilig wurde, hat das Sprint Scotland Team einen kleinen, aber anspruchsvollen Sprint in und um Ballater angeboten. Ich nutzte die Gelegenheit, meine Erkältung, mit der ich schon in die ersten Tage ging, etwas auszukurieren, aber Gerrit und die Kinder waren natürlich mit Feuereifer dabei! Für uns ungewohnt führte der Lauf immer wieder aus der Stadt raus ins Gelände und forderte durch diese Mischung höchste Konzentration. Leider lief es für Matti gar nicht gut, er hatte sich einmal tüchtig verfranzt und das schlug uns allen etwas auf die Stimmung. Aber das war ja sowieso nur ein kleines Intermezzo, denn am Donnerstag ging es natürlich mit Lauf 4 weiter!

Die zweite Hälfte des Wettbewerbs wurde bei Braemar abgehalten. Ich weiß nicht warum, aber das Gelände schien uns besser zu liegen! Weniger Wald, mehr Hochmoor und Heidelandschaft. Wunderschöne Zieleinläufe, bei denen man sich selber auf einer Riesenleinwand einlaufen sah und seinen Namen über die Lautsprecher hörte. Wahnsinn! Merle startete den Reigen der Erfolgserlebnisse mit einem dritten Platz, ich war plötzlich einmal Neunte, und Matti kämpfte sich auf den 16. Gesamtrang vor!! Selbst ein ziemlich verregneter Tag 5 konnte uns nicht stoppen! Wir stapften durch die Heide, durchkämmten Moore, stolperten über Felsen und wateten durch Flüsse! Ein verletzter Wettkämpfer wurde auf einer Trage aus dem Wald transportiert, ein anderer mit dem Rettungshubschrauber abgeholt. Ein Posten fand sich mutwillig versteckt unter einer Wurzel, mit einem Stück Baumstamm abgedeckt. „Caution! Pedestrians in competition area!“ Ein sehr unerfreuliches Vorkommnis.

 

Für uns sollte aber Tag 6 der krönende Abschluss werden! Leider trafen wir uns im Ziel alle recht unzufrieden wieder. Keiner von uns fünfen war fehlerfrei durchgekommen, aber immerhin alles gefunden und keine Verletzungen. Schade, Matti fiel ein wenig zurück, belegte aber am Ende einen tollen 23. Rang als einziger Deutscher bei 64 Startern in seiner Altersklasse. Dann die große Überraschung! Merle als Dritte und Marie als Sechste wurden zur Siegerehrung aufgerufen! Es gab eine große schöne Bronzemedaille und eine Art Schokoladenorden. In den offiziellen Endergebnissen, die am Abend im Internet veröffentlicht wurden, wurden sie allerdings als Vierte (Merle) und Achte (Marie) geführt, was dann auch eher den Ergebnissen entsprach. Man hatte sich auch bei Siegerin und Zweitplatzierter irgendwie getäuscht und nicht die richtigen Mädchen geehrt. Deswegen füge ich zwar ein Bild der Siegerehrung an, das aber nur unter Vorbehalt zu bewundern ist.

Sei’s drum, für uns natürlich ein schöner Abschluss! Denn es hieß abreisen und am nächsten Tag in Newcastle die Fähre erreichen, die wir übrigens mit einigen deutschen und schweizerischen OLern befuhren, darunter auch einige bekannte Gesichter aus Rheinhessen.

Die Six Days waren super! Außer dem peinlichen Zwischenfall bei der Siegerehrung (Man denke an die arme eigentliche Gewinnerin!) war von Campinggelände, Bustransfer und Versorgung bis hin zu Beschilderung und Kartenmaterial alles sehr gut organisiert. Wir haben sehr, sehr viel gelernt! Und wir sind sehr, sehr stolz auf unsere Kinder!! Ein bisschen auch auf uns, denn unsere bescheidenen Ziele haben wir auch erreicht: In insgesamt 34 (!) Läufen hatten wir Niemänner keinen einzigen Fehlstempel!

 

Text: Gritta Niemann